Fantango
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Claudia Grava - Choreographie und Tanz
Martin Birnbaumer - Choreographie und Tanz
Martin Vallaster - Flöte
Gerhard Ganahl - Gitarre

Fantango illustriert in seinem außergewöhnlichen Programm die Entwicklungsgeschichte des Tango von den Ursprüngen bis hin zum großen Astor Piazzolla, dessen Musik im zweiten Teil interpretiert wird.

   

Programm

Maximo Diego PUJOL (* 1957)
SUITE BUENOS AIRES
POMPEYA
PALERMO
SAN TELMO
MICROCENTRO

Jaime M. ZENAMON (*1953)
TANGO

Agustin BARDI (1884 - 1941)
PICO BLANCO
(Der weiße Specht) Tango

Angel VILLOLDO (1868 - 1919)
PETIT SALON
(Der kleine Salon) - Tango Criollo
EL PRESUMIDO
(Der Angeber) - Tango
Anselmo AIETA (1896 - 1964)
PALOMITA BLANCA
(Das weisse Täubchen) - Vals
Vicente GRECO (1888 - 1924)
EL FLETE
(Das Fuhrwerk) - Tango Criollo
Agustin BARDI
GALLO CIEGO
(Der blinde Hahn) - Tango
M. G. AROZTEGUI (1888 - 1938)
EL APACHE ARGENTINO
(Der argentinische Gigolo) - Tango
Pause
Astor PIAZZOLLA (1921 - 1992)
TANGO - ETÜDE Nr. 3
für Flöte Solo

ROMÁNTICO für Gitarre Solo

TANGO Nr. 2 aus "Tango Suite"

HISTOIRE DU TANGO
BORDEL 1900
CAFÉ 1930
NIGHTCLUB 1960
CONCERT DŽAUJOURDŽHUI

   
   

Der argentinische Gitarrist und Komponist Maximo Diego Pujol (geb. 1957) studierte bei verschiedenen Lehrern Gitarre und Komposition. Zwischen 1977 und 1982 errang er auf beiden Gebieten eine Reihe von Wettbewerbserfolgen (darunter drei erste Preise). In seiner argentinischen Heimat ist er ebenso als Solo - Interpret wie als Kammermusiker bekannt. Seine Werke werden weltweit von namhaften Musikern aufgeführt. Die Suite Buenos Aires beschreibt vier charakteristische Stadtteile seines Geburtsortes in vier gänzlich unterschiedlichen, aber durchwegs vom Tango beeinflußten Stücken.

In der Biographie des Komponisten und Gitarristen Jaime Mirtenbaum Zenamon (geb. 1953) verbinden sich die nationalen und kulturellen Elemente der Südamerikanischen Musik. Als Sohn europäischer Eltern in Bolivien geboren, studierte er vor allem in Brasilien und Uruguay, ein Nachbarland Argentiniens, das den Tango mitgeprägt und viele Tangomusiker und Komponisten hervorgebracht hat. Er lebt jetzt in Brasilien.

Die Komponisten des Tango waren fast immer selbst Instrumentalisten oder Sänger. Gerade die frühen Tangomelodien wurden schnell "Standards", vergleichbar dem Jazz, die immer wieder neu arrangiert und ausgeschmückt wurden. Zu den "Evergreens" gehören die folgenden sechs Tangos von Agustin Bardi (1884 - 1941), Vicente Greco (1888 - 1924), Angel Villoldo(1868 - 1919, der "Tangopapa"), Manuel Gregorio Aroztegui (1888 - 1938) und auch noch ein Walzer von Anselmo Alfredo Aieta (1896 - 1964) - fünf Tangolegenden aus der sogenannten "guardia vieja", der Alten Garde von Musikern aus den ersten Jahrzehnten unseres Jahrhunderts.

Auch Astor Piazzolla (1921 - 1992), der Großmeister des argentinischen Tangos, wurde international als Komponist und Virtuose auf dem Bandoneon berühmt. In Mar del Plata in der Provinz Buenos Aires geboren, studierte er Komposition bei Alberto Ginastera, Nadja Boulanger (Paris) und Arnold Schönberg sowie Dirigieren bei Hermann Scherchen. Er gründete verschiedene Orchester, die den Tango auch im Konzertsaal populär machten. Seit 1960 hat er über 300 Tangos geschrieben, außerdem eine Oper, Orchesterwerke, ein Oratorium und einige Werke für die Flöte und die Gitarre.

Den Weg vom alten zum neuen Tango illustriert Piazzolla in seiner Histoire du Tango. Der erste Satz spielt um 1900 und bringt in der Flöte das Geplapper der französischen, spanischen und italienischen Bordellfrauen von Buenos Aires zum Klingen. In diesem Stück erkennt man die Stiefelabsätze der Uniformierten von Polizei und Militär, die zur Kundschaft der Damen ebenso gehören wie Diebe, Gauner und Matrosen. Voller Romantik und Melancholie dagegen die viel langsamere Tangomusik des Cafés um1930, die der zweite Satz vertritt. Es ist die Zeit der großen Tango-Orchester. Die dritte Station, "Night Club 1960", trägt in ihrem kunstvollen Wechsel zwischen wildem Milonga-Rhythmus über Moll-Harmonien und nachdenklichen Lento-Passagen bereits Piazzollas eigene Handschrift. In der Musik des letzten Teils, "Concert d´aujourd´hui", haben Rhythmik und Atonalität Bartoks und Strawinskys deutliche Spuren hinterlassen: ein typischer "Tango nuevo" von Piazzolla.